Rohre eingefroren — Jetzt zählt jede Minute
Ein eingefrorenes Heizungs- oder Wasserrohr dehnt sich beim Auftauen um bis zu 9 Prozent aus. Platzt das Rohr, sind Wasserschäden von mehreren tausend Euro keine Seltenheit. Bei Temperaturen unter −5 °C sollten Sie sofort handeln — vor allem bei alten Häusern, unbeheizten Kellern und Außenleitungen.
So erkennen Sie ein eingefrorenes Rohr
- Kein Wasserfluss am Hahn trotz geöffnetem Ventil
- Heizkörper bleibt eiskalt, obwohl Heizung läuft
- Reif oder Eis sichtbar an der Rohraußenseite
- Gluckergeräusche oder „Atmen" der Rohre ohne Wasserdurchgang
1. Hauptwasserhahn sofort abdrehen
Bevor Sie mit dem Auftauen beginnen: Haupthahn zu. Wenn das Rohr beim Auftauen reißt, fließt sonst unkontrolliert Wasser aus der Bruchstelle.
2. Sanft auftauen — niemals mit offenem Feuer
Die sichersten Methoden:
- Heizlüfter auf niedrigster Stufe 50 cm neben das Rohr stellen
- Föhn langsam am Rohr entlangführen — immer vom Hahn in Richtung Blockade
- Warme Tücher um das Rohr wickeln, alle 10 Minuten erneuern
- Raum aufheizen — oft löst das Problem schon eine angekippte Tür zum warmen Raum
Absolut verboten: Lötlampe, Gasbrenner, Gaskocher, kochendes Wasser auf das Rohr. Das Metall dehnt sich schlagartig, das Rohr platzt oder Dichtungen brennen durch.
3. Hahn geöffnet lassen
Drehen Sie den Wasserhahn am Rohrende leicht auf, bevor Sie auftauen. Sobald das Eis schmilzt, fließt Wasser — Sie erkennen sofort, dass es geklappt hat, und der Druck baut sich nicht explosionsartig auf.
Wann der Notdienst kommen sollte
- Rohr ist bereits geplatzt — Sie sehen Feuchtigkeit an einer bestimmten Stelle
- Rohr liegt hinter einer Wand oder im Boden — kein Zugang zum Auftauen
- Außenleitungen oder Gartenschacht — hier reicht ein Föhn selten
- Mehrere Rohre betroffen — deutet auf systematisches Problem (Frostschutz defekt)
- Nach dem Auftauen tropft oder rinnt es — das Rohr hat einen Haarriss
Vorbeugung für den nächsten Winter
- Kellertemperatur nie unter 5 °C fallen lassen — Heizung im Keller durchlaufen lassen
- Außenleitungen vor dem ersten Frost entleeren (z. B. Gartenwasser)
- Rohre in ungeheizten Räumen mit Dämmschalen isolieren (ab 1,50 € pro Meter)
- Frostwächter installieren lassen — hält automatisch Mindesttemperatur
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