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Keller unter Wasser: Soforthilfe in 10 Minuten

Wasser im Keller durch Rohrbruch oder Starkregen? Die richtigen ersten Schritte retten Tausende Euro Schaden.

Keller unter Wasser — Jetzt zählen 10 Minuten

Ein gefluteter Keller ist einer der teuersten Schadensfälle im Privathaushalt — durchschnittlich 17.000 Euro Sanierungskosten laut GDV. Das meiste Geld geht verloren, weil die ersten 30 Minuten falsch gehandelt wird. Diese Anleitung zeigt Ihnen, was jetzt wirklich zählt.

1. Lebensgefahr ausschließen — Strom aus

Niemals in einen gefluteten Keller steigen, solange dort Strom fließen könnte. Wasser leitet Strom aus defekten Geräten, Steckdosen und Leitungen. Schalten Sie den Hauptschalter am Sicherungskasten im Erdgeschoss aus, bevor Sie den Keller betreten. Wenn der Sicherungskasten selbst im Keller ist: warten, bis der Notdienst da ist, oder Feuerwehr rufen.

2. Ursache identifizieren — Leitung oder Außenwasser?

Schnell-Diagnose:

  • Klares Wasser, nur im Keller, Wasseruhr dreht sich: Rohrbruch in der Leitung
  • Trübes oder braunes Wasser: Grundwasser, Starkregen oder Rückstau aus Kanal
  • Wasser kommt aus Bodenablauf / Dusche: Kanalrückstau — sehr ernst, Gesundheitsgefahr durch Schmutzwasser
  • Heizungsraum feucht, Heizung tropft: Boiler oder Heizungsanlage geplatzt

3. Bei Leitungswasser: Haupthahn sofort zudrehen

Dreh den Haupthahn (meist neben der Wasseruhr im Keller oder im Hauswirtschaftsraum im Erdgeschoss). Jede Minute läuft ohne Abdrehen etwa 50–150 Liter Wasser nach. Stoppen ist Priorität Nummer eins.

4. Wertgegenstände retten — bevor Sie pumpen

In den ersten 30 Minuten: alles Wertvolle aus dem Keller bringen, was noch zu retten ist. Fotos/Dokumente, Elektronik, wertvolle Werkzeuge, Akten. Wasser greift Papier und Elektronik sofort an — je früher raus, desto besser.

5. Abpumpen — ab 5 cm Wasserhöhe

  • Unter 5 cm: Nasssauger (aus dem Baumarkt, ab 80 Euro)
  • 5–30 cm: Tauchpumpe (Miete ca. 25 Euro/Tag bei OBI, Bauhaus)
  • Über 30 cm: Feuerwehr rufen (Großeinsatz kostet nichts bei Unwetter)

Wichtig: Bei Grundwasser nicht zu schnell abpumpen. Der Druck von außen kann Kellerwände eindrücken, wenn innen plötzlich kein Gegendruck mehr da ist. Faustregel: 1 cm pro 30 Minuten bei Grundwasser-Flutung.

Versicherung anrufen — noch am gleichen Tag

  • Wohngebäudeversicherung: Schäden am Haus selbst (Wände, Estrich, Heizung)
  • Hausratversicherung: bewegliche Gegenstände (Möbel, Elektronik, Kleidung)
  • Elementarschadenversicherung (Zusatzbaustein): Pflicht für Starkregen/Hochwasser — ohne diese zahlt die Wohngebäude nicht

Vor dem Pumpen unbedingt Fotos und Videos machen: Wasserstand markieren, Leckstelle, beschädigte Gegenstände. Ohne Bilddokumentation kürzt die Versicherung regelmäßig Leistungen.

Trocknung + Schimmelprävention

Nach dem Abpumpen: sofort mit Bautrocknern starten (Miete 15–30 Euro pro Tag und Gerät, Dauer 2–6 Wochen). Estrich und Wände müssen unter 75 Prozent Materialfeuchte kommen, sonst bildet sich Schimmel. Ein Schaden, der in 48 Stunden trocken gelegt wird, kostet 30–50 Prozent weniger zu sanieren als einer, der eine Woche nass bleibt.

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Weiterlesen: Wasserschaden | Leckortung | Rohrbruch Erste Hilfe

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